Alumnae

Absolventinnen des IEM

Mit einigen Lebensläufen unserer Absolventinnen möchten wir junge Frauen ermutigen, Elektrotechnik-Toningenieur, Computermusik oder Sound Design zu studieren.

Um auf diese Studienrichtungen auch verstärkt einen persönlichen Blick zu werfen, haben wir Absolventinnen gebeten, sich kurz vorzustellen und ihre Ausbildung zu reflektieren. Die Seite befindet sich im permanenten Aufbau, um die vielschichtigen Ausbildungsmöglichkeiten am IEM sichtbar zu machen.

Wir würden uns freuen, wenn wir auch über Sie auf dieser Seite berichten können.

Eli Frauscher, ET-Toningenieur Bachelor- und Masterstudium

(c) Johanna Lamprecht

Wie die Idee Elektrotechnik-Toningenieur zu studieren entstanden ist?
Nach dem Sprachzweig am Gymnasium habe ich ein Studium gesucht, in dem ich Kreatives/Musikalisches und handfestes Technisches verbinden kann.
Über ein FIT-Praktikum (Frauen in die Technik) am IEM habe ich vom Toningenieurs Studium erfahren und darin die perfekte Kombination gesehen. Darüber ob ich als Frau besser oder schlechter geeignet bin habe ich keine Sekunde nachgedacht.

Warum ich mich wieder fürs Toningenieur Studium entscheiden würde?
Auf der einen Seite ist es durch den Wechsel zwischen Kunstuni und Technischer Uni sehr vielseitig. Auf der anderen Seite wird man durch das familiäre Umfeld im Bachelor über schwere Brocken mitgezogen, und im Master kann man sich auf kollegiales Zusammenarbeiten mit Vortragenden freuen.

Die Möglichkeiten sich rund ums Studium in Projekten zu vertiefen gehen nie aus. Vor allem betreffend Equipment ist die Unterstützung super. Projekte an die ich sehr gern zurückdenke sind Toningenieurs Radiobeiträge, ein akustischer Reisebericht aus Südamerika in einem 3D-Klangdom, Sounddesign für ein Theaterstück gemeinsam mit mehreren Kunstuni Instituten, nächtelange CD-Aufnahmen und Mixes in den Instituts-Studios, und die Entwicklung eines Virtual Reality Spiels als Tool zur akustischen Stadtplanung.

Gibt’s einen Tipp für die Zeit während dem Studium?
Bei so vielen und unterschiedlichen Projekten und Praktika wie möglich mitmachen! Zum Einen weil man neben dem fachlichen viel über die eigenen Interessen lernt, und zum Anderen weil ein gepflegtes Netzwerk den Übergang ins Berufsleben fließend macht.

Für mich war ein FEMtech Praktikum parallel zum Toningenieurs-Projekt Türöffner zu sonible, wo ich noch immer im technischen Support für Audio Soft- und Hardware arbeite.


Nach dem Studium?
Ich bin mit den Erkenntnissen der Masterarbeit (zum Thema 3D-Audio Aufnahmetechnik) direkt zum Filmtonstudio Klangkulisse gekommen. Außerdem habe ich ein Gewerbe (Film- und Tonproduktion) angemeldet und an spannenden Projekten am Schauspielhaus Graz, beim ORF, und an Kurzfilmen und Audiowalks mitgearbeitet.

Fazit?
Abgesehen von einem Erlebnis bei dem ein Lokalbesitzer nicht wahrhaben wollte, dass sich heute - bei einer Veranstaltung zum Tag der Frau - eine ToningenieurIN um die Technik kümmert, habe ich ausschließlich positive Erfahrungen als Frau im technischen Bereich gemacht.
Wenn dir Lehrveranstaltungen aus dem Master Lust aufs Studium machen lohnt sich der Weg - viel Spaß!

elifrauscher.eu

Katharina Pollack, ET-Toningenieur Bachelor- und Masterstudium

© Katharina Pollack

Ich habe eine AHS mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt besucht und neben der Schule Klavier, Gitarre, Komposition und Musiktheorie in der Musikschule gelernt. Zu der Zeit gab es die Möglichkeiten, Tontechnik an der SAE oder Tonmeister an der MDW zu studieren - was für mich als Wienerin natürlich die naheliegerenden Angebote waren - aber diese beiden Richtungen gingen mir zu wenig ins Technische und Mathematische. Dann bin ich nach meiner Matura auf das Studium Elektrotechnik-Toningenieur gestoßen und wusste sofort: das ist genau das, wonach ich gesucht hatte!

Auch wenn es ein durchaus anspruchsvolles interdisziplinäres Studium ist, etwas besseres hätte mir nicht passieren können. Fachlich geht das Studium sowohl in die Breite (Raumakustik, Elektroakustik, digitale Audiotechnik, Audioelektronik, ...), als auch in die Tiefe. Zusätzlich war ich durch die überschaubare Anzahl an jährlich neuinskribierten Personen und einer sehr aktiven Studierendenvertretung im Handumdrehen nicht nur mit meinem Jahrgang, sondern auch mit älteren Semestern vernetzt. Während des Studiums habe ich zusätzlich gelernt, wie man Veranstaltungen (sowohl soziale als auch fachliche) organisiert und wie man sich ein berufliches Netzwerk aufbaut.

Man muss während des Studiums damit rechnen, dass sich die eigenen Interessen ändern können und auch ändern werden. Ich finde gut, dass einem dieses Studium ein breites Berufsspektrum eröffnet, sodass jede*r etwas findet! Während der Studienzeit habe ich beruflich vieles sowohl in der Wirtschaft als auch in der Wissenschaft ausprobiert und ich durfte gegen Ende meines Masterstudiums bei der Organisation von zwei Konferenzen helfen. Diese Erfahrungen haben mich bestens auf das Berufsleben vorbereitet, und ohne das Studium wäre ich nicht da, wo ich heute bin. Ich möchte den Leser*innen mitgeben: probier so viel aus wie du kannst; nur durch das Probieren und selbst Machen wirst du merken, ob du etwas wirklich machen möchtest oder nicht. Gutes Gelingen und viel Erfolg!

www.oeaw.ac.at/isf/unser-team/pollack-katharina

Valerie Quade, Sound Design Master

© Christina Patschg

Ursprünglich wollte ich Gamedesign studieren. Nach einer erfolglosen Bewerbung und dem Druck meiner Eltern endlich ein Studium oder eine Ausbildung anzufangen, landete ich im Bachelor Film & Sound an der FH Dortmund und wurde dort sehr zielgerichtet zur Sounddesignerin für Filme ausgebildet. Seppo Gründler, der damalige Studiengangsleiter des Masterstudiengangs „Communication, Media, Sound and Interaction Design“ stellte 2015 in Dortmund die Partner Hochschule FH JOANNEUM vor und die Inhalte gefielen mir gut. Besonders der Schwerpunkt Acoustic Ecology, also die Lehre von den Geräuschen in unserer Umwelt, hat mich gereizt. Ich wollte weg vom Film; der kann zwar auch gestalterisch sehr spannend sein aber die Welt des Sounds geht auch abseits der Leinwand weiter.
Im Master Sound Design, einer Kooperation der FH Joanneum und der Kunstuni Graz wird ein sehr breites Spektrum in der Lehre angeboten und das hat mich ziemlich schnell überzeugt.
Während der Semester hat man eine Hauptbetreuungsperson, die die großen Projekte wie eine Mentorin oder ein Mentor unterstützt, einschätzt und Räume, Fachleute oder Technik weitervermittelt. So habe ich beispielsweise ein 3D Hörspiel produziert, das international viele Preise gewonnen hat. Dabei war von großem Vorteil das die Entwickler der benötigten Software ein paar Räume weiter saßen und ich am Standort Graz absolute Expert:innen an meiner Seite hatte. Mit meinem Betreuer, einem Professor der Kunstuniversität und der TU Graz, habe ich mich wöchentlich getroffen und Probleme, sowohl im Kreativen wie auch Technischen besprochen, bis das Hörspiel fertig war. Meine Mitstudierenden haben aber ganz andere Projekte realisiert; Synthesizer der 80er Jahre analysiert, Videospiele ohne Bild entwickelt und vieles mehr. Das Studium ist sehr individuell.
In meiner Masterarbeit habe ich die akustische Umwelt unserer Städte analysiert und einen Guide für Menschen geschrieben, die gerne (beruflich) mehr über das Thema wissen würden, ihnen aber die Kapazität fehlt (also hauptsächlich Entscheidungsträger:innen aus der Politik). Der akustische Stadtraum wurde bis vor wenigen Jahren gestalterisch komplett vernachlässigt. Zwar werden nach technischen Lärmmessungen Lärmschutzmaßnahmen angeordnet, diese sind aber nicht immer sinnvoll für einen ausgewogenen Lebensraum und erschweren Baumaßnahmen oft erheblich. Stadträt:innen, Architekt:innen und Planende haben bislang wenig bis gar keine Zeit für nachhaltige, akustische Stadtplanung, das wollte ich ändern. Mein Produkt, eine knackige Broschüre, ist digital verfügbar und könnte in Zukunft auch als Print verteilt werden. Besonders gereizt hat mich das große Interesse von allen Seiten an der Arbeit. Vom Referat für Lärmschutz, über Professor:innen für Verkehrsplanung bis zu Bauunternehmer:innen und vielen Menschen in der Stadt, die das Thema schon lange beschäftigt.

Aufgrund der Flexibilität und dem breiten Spektrum würde ich den Master „Sounddesign“ für Menschen empfehlen, die eine Leidenschaft für die verschiedensten Facetten von Klang haben, selbstständig an Projekten arbeiten möchten und darauf brennen, vernetzt mit anderen Designschwerpunkten des Studiengangs interdisziplinäre Projekte umzusetzen. Man muss sich allerdings darauf einstellen für ein gutes Portfolio auch einiges zu leisten. In der kreativen Sound Branche ist der Abschluss auf Papier nicht so viel Wert wie vorzeigbare Projekte, Fähigkeiten und Kontakte.
Besonders hervorheben möchte ich die gelungene Kooperation mit der KUG und den Studierenden des ET Studiengangs, die auch unsere Studienvertretung darstellen. Durch sie bekommen wir noch einmal ganz andere technische und kreative Möglichkeiten, die europaweit einzigartig sind.

Und nach dem Studium?
Im Moment arbeite ich angestellt als Medienpädagogin in einer Ludothek, organisiere dort Events, leite Workshops zu digitalen Spielen und Game Design und entwickle barrierefreie Brettspiele.
Für das Grazer Kulturjahr habe ich im Soundscape Projekt als Selbstständige Sound Designerin Workshops geleitet, zunächst zu Klanglandschaften, Hören und Sound ansich, später leitete ich Workshops zum niederschwelligen Bau von Webradios.
Nebenbei bin ich Redakteurin der Sendung “Frequently asked Questions”, einem gesellschaftspolitischen Magazin zu Corona bei Radio Helsinki.
Mein Wissen aus dem Studium kann ich entspannt einsetzen um zwischen Design, Sound, Bildung, Spiel und wissenschaftlicher, journalistischer Praxis zu arbeiten.

Visda Goudarzi, Ph.D. Sound and Music Computing

© Philip Dembinski

Visda Goudarzi ist eine Musiktechnologin, welche sich mit der Schnittstelle der Bereiche Audio und Interaktion zwischen Mensch und Maschine befasst. Sie ist Professorin für Audio Arts and Acoustics am Columbia College Chicago und arbeitet derzeit als Projektleiterin für das Projekt COLLAB am IEM, welches durch den FWF (Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung) unterstützt wird.
Davor war sie als künstlerisch-wissenschaftliche Forscherin am IEM, am Center for Computer Research in Music and Acoustics (CCRMA) der Stanford University, sowie an der Technischen Universität Wien tätig. Ihre Forschungsinteressen inkludieren die Bereiche auditorische Interfaces, interaktives und partizipatorisches Design, Sound und Music Computing, Live Coding und Datensonifikation.

Sie schloss ihren PhD in Sound and Music Computing am IEM ab. Davor erlangte sie den MA in Music Technology an der Stanford University, sowie einen MSc-Abschluss an der TU Wien im Fach Computer Science.

https://www.colum.edu/academics/faculty/detail/visda-goudarzi.html

Artemi-Maria Gioti, MA Komposition Computermusik

Artemi-Maria Gioti ist Komponistin und Forscherin und arbeitet im interdisziplinären Bereich zwischen Kunst, Wissenschaft und Technologie. Ihr Interessen liegen in den Bereichen der Künstlichen Intelligenz, Sonifikation, kollaborativen und partizipativen Klangkunst und in der Entwicklung von mechanisch-gesteuerten und durch Sensoren erweiterten Instrumenten.Ihre Werke wurden in Griechenland, Österreich, Portugal, Deutschland, Dänemark, den Niederlanden und in den USA aufgeführt.

Sie studierte Komposition an der Universität Makedonien (Griechenland), Elektroakustische Komposition an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Komposition - Computermusik am Institut für Elektronische Musik und Akustik (IEM) der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz. Derzeit promoviert sie an derselben Universität.

http://www.artemigioti.com/

Martina Kreuzbichler, Elektrotechnik-Toningenieur, Dipl.-Ing. BSc

Ich bin in Admont (Obersteiermark) aufgewachsen und besuchte dort das Gymnasium mit musikalischen Schwerpunkt. Nach der Matura suchte ich ein Studium, welche meine Leidenschaft für Musik, sowie mein naturwissenschaftliches Interesse verbindet und bin dabei auf das Elektrotechnik - Toningenieur Studium gestoßen. Trotz einiger Zweifel in meinem Freundes- und Bekanntenkreis, ob wohl ein technisches Studium mit AHS Matura überhaupt Sinn macht, begann ich im Oktober 2012 nach erfolgreich bestandener Aufnahmeprüfung höchst motiviert das Studium.

Durch verschiedenste Einführungsverantstaltungen und Tutorien seitens der Unis und der Studienvertretung lernte ich sehr schnell meine neuen Studienkollegen kennen. Gemeinsam kämpfte sich ein Großteil meines Jahrgangs durch die Hoch und Tiefs der ersten Semester. Die kleine Anzahl an Mitstudierenden gab meiner Studienzeit einen familiären Charakter, was ich sehr geschätzt habe. Es war immer jemand da, mit dem man sowohl gemeinsam lernen, als auch die Freizeit verbringen konnte.
Weiters verbrachte ich ein Erasmussemester am Cork Institute of Technology in Irland, welches mein Studium sehr bereichert hat.

Im Masterstudium, in welchem ich mich auf Akustik spezialisierte und  war die Betreuung bei den Lehrveranstaltungen meist sehr individuell auf die Studierenden zugeschnitten. Weiters konnte ich sowohl eine Projektarbeit, als auch meine Masterarbeit in Koopertation mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen durchführen. Nach 12 Semestern ist meine Studienzeit nun zu Ende und ich kann auf eine wirklich schöne Zeit in Graz zurückblicken, in der ich sehr viel gelernt und viele Freundschaften geschlossen habe. In wenigen Tagen beginne ich als Entwicklungsingenieurin in einem Research & Development Center im Bereich der Ultraschallakustik und bin schon sehr auf meinen neuen Aufgabenbereich gespannt. Das Studium hat mich gut darauf vorbereitet, wie man sich in neuen Themen einarbeiten und Lösungswege finden kann.

Es war eine der besten Entscheidungen das Toningeniersstudium zu beginnen und ich kann nur jede Frau die Zweifel hat, ob wohl Technik für sie das richtige ist, motivieren, üben ihren Schatten zu springen und es zumindest auf einen Versuch ankommen zu lassen. Probiert es einfach aus, ihr werdet es nicht bereuen!

Cornelia Falch, ET-Toningenieur DI

Nach Abschluss der HTL Elektrotechnik in Innsbruck inskribierte ich in Graz das Studium Elektrotechnik-Toningenieur. Die Entscheidung für diese spezielle Ausbildung traf ich aufgrund meines Interesses an Technik und Forschung, meiner großen Begeisterung für Musik, aber insbesondere spielten dabei auch die Einzigartigkeit sowie der interuniversitäre Charakter dieser Studienrichtung eine wesentliche Rolle. Während meiner Studienzeit beteiligte ich mich an diversen studienspezifischen Aktivitäten (AES student section, Studienkommission, Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen) und nützte die Gelegenheit für ein Auslandssemester in Edinburgh.

Im Anschluss an das Diplomstudium arbeitete ich in unterschiedlichen Forschungsprojekten am IEM. Dadurch konnte ich Kontakte zu einschlägigen Firmen wie AVL List oder AKG Acoustics knüpfen und zusätzlich erste Erfahrungen in der Lehrtätigkeit sammeln. Meine Dissertation verfasste ich im Rahmen eines vom FFG unterstützten Forschungsprojektes von IEM und AKG Acoustics im Bereich der digitalen Audiosignalverarbeitung.

Nach dem Doktorat wechselte ich von der Universität an das Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) in Erlangen. Den Schwerpunkt meiner Arbeit dort bildete die (Weiter-)Entwicklung von Audiokodierformaten (mp3, HE-AAC) für mehrkanalige Audiosignale (MPEG Surround). Unter anderem war ich auch an der Entwicklung und Ausarbeitung des ISO/IEC Standards "MPEG Spatial Audio Object Coding (MPEG SAOC)" beteiligt.

Bevor ich wieder nach Österreich zurückkehrte, vertiefte ich meine Kompetenzen und Erfahrungen in der Forschungsgruppe für wahrnehmungsbasierte räumliche Audiosignalverarbeitung an den International Audio Laboratories Erlangen, einer Kooperation des IIS und der Universität Erlangen-Nürnberg.

Mittlerweile bin ich in der privatwirtschaftlichen Forschung bei der Firma Med-El GmbH in Innsbruck tätig, einem international führenden Unternehmen auf dem Gebiet der implantierten Hörlösungen. Die Kernkompetenz meines Forschungsteams liegt in der Sprachsignalverarbeitung - wir spezialisieren uns, hörgeschädigten Personen ein verbessertes und angenehmeres Hören in natürlichen, von Umweltlärm gestörten Umgebungen zu ermöglichen.

Christina Leitner, ET-Toningenieur DI

Ich bin 1982 als ältestes von drei Mädchen in Linz geboren (Oberösterreich). Aufgewachsen in einer nahen Gemeinde, habe ich in Linz den Sprachzweig eines Gymnasiums besucht. Trotz der Wahl des Schultyps konnte ich mich immer schon für Mathematik, später auch Chemie, begeistern. Nebenbei spielte in der Schulband Klavier, das ich schon länger an der Musikschule meines Heimatortes lernte. Als Maturafächer ergaben sich in logischer Folge unter anderem Chemie und Musik.

Ich war mir lange nicht sicher, was ich studieren sollte, dass ich jedoch studieren wollte, war klar. Als ich von dem Elektrotechnik-Toningenieur-Studium hörte, klang es nach einer interessanten Möglichkeit. Die Kombination von Technik und Musik, hoffte ich, sei wie geschaffen für mich. Als ich von der Aufnahmeprüfung erfuhr, hatte ich zuerst etwas Zweifel, ob ich sie bestehen würde. (Da ich jedoch auf jeden Fall nach Graz gehen wollte, dachte ich, im Notfall könnte ich immer noch Elektrotechnik-Biomed studieren, was auch sehr interessant schien.) Ich suchte also ein Studentenheim, bereitete mich auf die Aufnahmeprüfung vor, fuhr nach Graz und machte die Prüfung. Dann, an meinem Geburtstag, erfuhr ich, dass ich bestanden hatte! Dem Studium stand also nichts mehr im Wege ...

Mittlerweile bin ich – nach 14 Semestern, der durchschnittlichen Studiendauer – fertig und kann auf eine sehr schöne Studienzeit zurückblicken. Ich muss sagen, dass das Studium nicht immer leicht war, ich jedoch alles geschafft habe und (wenn nötig) immer auf die Unterstützung meiner Kollegen und Kolleginnen zählen konnte. Die persönliche Atmosphäre, dass man (fast) alle Studierenden seines Jahrgangs kennt, hab ich immer sehr geschätzt.

Nun bin ich seit ca. einem Jahr am Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation an der TU Graz angestellt und werde das Doktorat machen.

Mein Forschungsgebiet ist maschinelles Lernen. Ein Teilgebiet vom maschinellen Lernen ist die Spracherkennung. Damit ergibt sich die Verbindung zum Studium, wo einer meiner Schwerpunkte die Sprachsignalverarbeitung war. Nicht zuletzt ist in diesem Bereich meine Schulbildung durchaus auch hilfreich!

Veronika Putz, ET-Toningenieur DI

Nach der Matura an einer Handelsakademie nahm ich zunächst eine Stelle als Buchhalterin in einer Steuerberatungskanzlei an. Obwohl mir nach wenigen Monaten klar war, dass dieser Beruf nicht das Richtige für mich sein konnte, begann ich erst 14 Monate später das Studium Elektrotechnik – Toningenieur. Mein Zugang damals waren sowohl die Begeisterung für die Musik, als auch eine immer schon dagewesene Faszination für Physik und Technik. Natürlich ist der „Kulturschock“ am Anfang des Studiums nicht wegzuleugnen – aber nach einigen Monaten bekommt man den Dreh raus.

Nach 12 Semestern konnte ich mit einer Diplomarbeit zum Thema „Auditory User Interfaces“ das Studium erfolgreich abschließen. Danach wechselte ich an die Johannes Kepler Universität in Linz, wo ich für vier Jahre am Institut für Messtechnik als Assistentin für Lehre und Forschung angestellt war. In dieser Zeit verfasste ich meine Dissertation zum Thema Photogrammetrie und industrielle Bildverarbeitung.

Nach dem Doktorat war ich als R&D-Mitarbeiterin bei g.tec medical engineering tätig – einem österreichischen Unternehmen, welches Hard- und Software zur Erfassung und Verarbeitung von Biosignalen (EEG, EKG, EMG,...) herstellt. Unter anderem konnte ich dabei an mehreren internationalen Forschungsprojekten zum Thema „Brain Computer Interface“ mitarbeiten.

Seit etwas mehr als drei Jahren bin ich Senior Engineer am Linz Center of Mechatronics und arbeite in der Area „Sensors & Communication“ an den verschiedensten Projekten aus Industrie und Forschung mit. Meine Hauptaufgaben liegen dabei im Bereich der Sensorik und Signalverarbeitung, und mit messtechnischen Aufgaben im Bereich „Ultraschall“ bin ich der Akustik sogar ein wenig treu geblieben. Bereut habe ich die Entscheidung, in die Technik zu wechseln, übrigens nie!

Constanze Rau, ET-Toningenieur DI

... Also Frauen traut euch! Denn – wer nicht wagt der nicht gewinnt!

Herzliche Grüße, Constanze Rau

Gerda Strobl, ET-Toningenieur DI

Wurde 1982 in Graz geboren. Nach der Matura begann sie mit dem Studium Elektrotechnik-Toningenieur. Nach einer Reihe von künstlerisch/wissenschaftlichen Aufenthalten am IRCAM Paris, der Music Technology Group Barcelona und der Vision and Sound Processing Group in Verona schloss sie das Studium in Graz im Jänner 2007 mit ausgezeichnetem Erfolg ab.

Neben ihrem Studium und auch schon während der Schulzeit war Gerda Strobl stark im künstlerischen Bereich tätig. Neben dem Violoncello, begann sie auch schon sehr früh mit der Beschäftigung mit Theater und experimentellen Klangformen. Sie ist derzeit festes Bestandteil des Theaterkombinats die Rabtaldirndln, das sich im Bereich der zeitgenössischen Performance bewegt.

Seit dem Februar 2007 ist Gerda Strobl als künstlerische Assistentin der Intendanz beim steirischen herbst in Graz tätig. Darüber hinaus ist sie von 2009-2011 Stipendiatin der Deutschen Bank Akademie Musiktheater heute für den Bereich Intendanz.

Nach über 9 Jahren beim steirischen herbst übernimmt sie mit April 2016 für die kommende Saison beim Festival Wien modern die Produktionsleitung.

Anna Fuchs, ET-Toningenieur DI

Warum sollte ich das Studium wählen?


Ich habe mich für das Studium „Elektrotechnik-Toningenieur“ entschieden weil ich einerseits schon mein Leben lang musiziert habe (Chor, div. Musikinstrumente, Musikschule mit Theorieunterricht,...) und andererseits Mathematik und Physik zu meinen Lieblingsfächern zählen.

Für mich bildete der Studienplan eine ideale Kombination aus diesen beiden Welten.


Habe ich Probleme wenn ich keine technische Vorbildung habe?


Da ich meine Reifeprüfung an einer allgemein höher bildenden Schule (Borg Lienz, 2003) abgelegt habe, war das Studium und vor allem die elektrotechnischen Fächer nicht immer leicht. Durch die gute Betreuung der meisten Vortragenden und die Zusammenarbeit mit den Studienkollegen war das Studium jedoch ohne große Probleme zu schaffen. Dabei ist ein Vorteil, dass die Anzahl der Mitstudierenden recht klein ist und dass man daher jeden kennt.


Welchen Beruf kann ich nach dem Studium ergreifen?


Meine Diplomarbeit verfasste ich am Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation (SPSC) wo ich nach meinem Abschluss (2011) als Projektassistentin (mit Doktorat) angestellt wurde.


Nun arbeite ich seit ca. 2 ½ Jahren an einem sehr interessanten Projekt in dem es um Sprachverbesserung von Elektro-Larynx Sprache geht. Dabei kann ich vieles, was ich im Studium gelernt habe anwenden. Dabei steht natürlich die Signalverarbeitung im Vordergrund. Ich arbeite aber zum Beispiel auch mit verschiedenen Arten von Wandlern (Elektroakustik). Außerdem muss ich auch Sprache aufnehmen (Aufnahmetechnik).


Habe ich Nachteile als Frau in diesem Studium?


Das Studium beinhaltet viele verschiedene, interessante Teilbereiche und es gibt keinen Grund, warum das Studium eine Männerdomäne bleiben soll.


http://spsc.tugraz.at/people/annafuchs