signale graz Soirée

signale graz Soirée

erstellt am 24. April 2017

Montag, 24.04.2017, 18:00 CUBE, IEM, Inffeldgasse 10/3

 

signale graz Soirée mit Prof. Dr. André Doehring und Dr. Gerriet K. Sharma


Die signale graz Soirées bilden seit dem Sommersemester 2012/13 ein Forum, in dem der Dialog zwischen den Instituten der KUG und anderen Grazer Universitäten gefördert wird, um so einen intensiveren Austausch der künstlerischen und wissenschaftlichen Projekte zu ermöglichen. Bei der Veranstaltung werden von den Gästen kurze Vorträge gehalten, in denen ihre aktuellen Interessen und künstlerischen oder wissenschaftlichen Forschungen dargestellt werden, was dann Anstoß zu gemeinsamen Diskussionen bietet.

Wir freuen uns, in diesem Rahmen Prof. Dr. André Doehring (KUG, Institut für Jazzforschung) und Dr. Gerriet K. Sharma (IEM) begrüßen zu dürfen.


Prof. Dr. André Doehring (KUG, Institut für Jazzforschung)


“… and quoted the best bits”: Remix-Strategien des Sprechens über Remix-Strategien


Nicht gerade unbescheiden haben die Pet Shop Boys ihr letztjähriges Album Super betitelt, auf dem „Pop Kids“ erschienen ist, das in den vorliegenden Remixes Start- und Landebahn des Vortrags ist. Die in aller Regel juristisch, kulturwissenschaftlich oder –politisch gehaltvollen Diskussionen zum Remix werden hier indes analytischen Überlegungen weichen müssen. Im freien Flug dazwischen streift der Vortrag die Geschichte des wissenschaftlichen Sprechens über die Pet Shop Boys, diskutiert bisherige analytische Ansätze und überlegt, warum, wie und mit welchem Ziel Remixe in der gemeinsamen Arbeit von MusikwisenschaftlerInnen ihren Platz haben.

André Doehring, Musikwissenschaftler und Soziologe, ist seit 2016 Professor für Jazz- und Popularmusikforschung und Vorstand des Instituts für Jazzforschung an der KUG. Zuvor promovierte und arbeitete er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Justus-Liebig-Universität Gießen (Deutschland). Er ist Präsident der Internationalen Gesellschaft für Jazzforschung, Wissenschaftlicher Beirat der Gesellschaft für Popularmusikforschung sowie Mitherausgeber von Jazzforschung / Jazz Research, Beiträge zur Jazzforschung / Studies in Jazz Research sowie der Online-Publikation Samples.de. Eine jüngere Buchpublikation zum Thema ist Song Interpretation in 21st Century Pop Music (Hg. Appen/Doehring/Helms/Moore, Ashgate 2015).

 

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Dr. Gerriet K. Sharma (IEM)


“Komponieren mit skulpturalen Klangphänomenen, über Spuren einer ästhetischen Praxis"

Im Rahmen meiner künstlerischen Forschungsarbeit werden bisher wenig erforschte elektroakustische Raum-Klangphänomene, plastic sound objects die bei bestimmten Klangproduktionsverfahren in der Computermusik seit etwa 60 Jahren verstärkt auftauchen, praktisch und theoretisch untersucht. Hierzu wird der Ikosaederlautsprecher, ein spezielles vom Institut für Elektronische Musik und Akustik der Kunstuniversität Graz entwickeltes Lautsprechersystem eingesetzt und im Rahmen des FWF Projekts OSIL (Orchestrating Space by Icosahedral Loudspeaker) weiterentwickelt. In der Mitte aller künstlerisch forschenden Bemühungen steht die Frage nach dem „Shared Perceptual Space“ (SPS), dem Raum in der akusmatischen Musik, an dem sich die Wahrnehmungen der Komponisten, der Wissenschaftler und des Publikums hinsichtlich der dreidimensionalen Klangobjekte überschneiden.

Das nach Abschluss der Doktrarbeit Ende 2016 entwickelte Glossar und die in den letzten Jahren entstandenen sechs Klangskulpturen mirage (1-6) beinhalten die Erfahrungen und Techniken des künstlerischen Forschungsprozesses. Allerdings versteht sich mirage weder als eine Sammlung erprobter experimenteller Praktiken noch als eine weitere spatialisierte elektroakustische Komposition. Vielmehr handelt es sich um eine ästhetische Praxis, die Raum komponiert, in dem sie Raum als Voraussetzung für sonisch-plastisches Material annimmt und damit das Ziel verfolgt, einen poetischen Ansatz in zeitgenössischer Medienkunst zu finden, um komplexe Umgebungen künstlerisch einbeziehen zu können.
Es geht hierbei um die Ermöglichung selbstevidenter und anderer Erfahrungen in der Absicht einer deutlichen Differenzbildung zu ordinären technischen Klangumgebungen wie Kino, Fernsehen oder Home 5.1. Es handelt sich um eine Einladung des Hörers zur Teilnahme an einer erweiterten Ontologie der auditiven Raum-Künste im Jetzt. Der Vortrag gibt einen Überblick der Vorschungsergebnisse der letzten Jahre und setzt sie in Verhältnis zur aktuell enstehenden Raum-Klangskulptur  "gleam", einer Auftragsarbeit des Helmhotlz-Zentrums Berlin über kurze und lange Lichtpulse im Teilchenbeschleuniger BESSY II (VSR).

Gerriet K. Sharma
Lebt in Graz und Luzern.
Klangkünstler und Komponist. Dipl. Mediale Künste an der Kunsthocschule für Medien (KHM) Köln. MA Komposition / Computermusik am IEM Graz (KUG). Im Oktober 2016 Abschluss der Doktorarbeit an der künstlerisch-wissenschaftlichen Doktoratsschule der KUG mit dem Titel „Komponieren mit skulpturalen Klangphänomenen in der Computermusik". 2010 Gründung der Kanzlei für Raumbefragungen in Köln, Graz und Wien. 2011 – 13  Konzeption und Einrichtung des „Atelier Klangforschung am Institut für Musikforschung“ der Universität Würzburg. Deutscher Klangkunstpreis  2008. In 2009 Chargesheimer-Stipendium der Stadt Köln. DAAD-Auslandsstipendiat in den Jahren 2007 und 2009. Im Frühjahr 2014 Artist in Residence am ZKM Karlsruhe. Seine Gebäude-Klangkompositionsreihe „keine Ahnung von Schwerkraft“ wurde von 2010-15 vom Land Steiermark (A9) unterstützt. Derzeit Senior Researcher im PEEK/FWF Projekt „Orchestrating Space by Icosahedral Loudspeaker“ (OSIL) 2015-18.

 

 



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