signale graz Soirée

signale graz Soirée

erstellt am 28. Mai 2018

signale graz Soirée mit Prof. Andreas Böhlen (Institut 15) und Prof.in Erin Gee (IEM/Concordia Univ.) | Montag, 28.05.2018, 18:00 CUBE, IEM, Inffeldgasse 10/3

Die signale graz Soirées bilden seit dem Sommersemester 2012/13 ein Forum, in dem der Dialog zwischen den Instituten der KUG und anderen Grazer Universitäten gefördert wird, um so einen intensiveren Austausch der künstlerischen und wissenschaftlichen Projekte zu ermöglichen. Bei der Veranstaltung werden von den Gästen kurze Vorträge gehalten, in denen ihre aktuellen Interessen und künstlerischen oder wissenschaftlichen Forschungen dargestellt werden, was dann Anstoß zu gemeinsamen Diskussionen bietet.

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Prof. Andreas Böhlen (Institut 15)
Improvisation in Alter Musik durch die Brille eines Jazzmusikers


Der Anspruch eines improvisierenden Musikers im 16./17.Jahrhundert war das Finden und Anbringen eines für die jeweilige musikalische Situation angemessenen Materials. Themen wie geistiges Eigentum und stilistische Korrektheit müssen unbekannte Problematiken gewesen sein. Man hat aus der Notwendigkeit für eine musikalische Wirkung interpretatorische und improvisatorische Entscheidungen getroffen.

Wie weit will man heute bei der Rekonstruktion einer historischen Realität gehen, wenn ja die Rekonstruktion per se eine Aktivität ist, die den Musikern von damals fremd war. Kann man heute dem Geiste der damaligen Musikausübung nicht über dieselbe Art von musikalischer Beschäftigung nahekommen?

Kann man also den kreativen Lernprozess von damals zu großen Teilen nicht rekonstruieren, beschreite ich hier den eines kreativen Lernprozesses, wie wir ihn gelebt in einer Vielzahl von improvisierten Musiken wie im Jazz heute vorfinden.Welche Resultate der Diminutionskunst kann ein heutiger Musiker erreichen, wenn er sich der Musik auf eine auditive Art und "kreativ-neuschöpfende" Art nähert? Diese Fragen sollen in dem Kurzreferat nicht abschließend beantwortet werden, sondern eine Anregung für individuelle Forschung und Musikausübung sein.

 

Bio

Andreas Böhlen ist Blockflötist und Jazz-Saxophonist. Seine Tätigkeitsfelder umfassen sowohl den Bereich der alten Musik als auch Bereiche der zeitgenössischen Musik und des Jazz. Sein Spezialgebiet ist die Improvisation in verschiedenen historischen Stilen des 16., 17. und 18. Jahrhunderts und im Jazz (Saxophon). Er leitet seine eigenen Formationen für Alte Musik: Theatrum Affectuum (Musik des 17. und 18. Jahrhunderts, Blockflöte, Violine, Cello, Laute und Cembalo) und Satyr’s Band (Musik des 16. und 17. Jahrhunderts, Blockflöten, Schalmeien, Dulziane und Orgel). Auch konzertiert er mit seinen eigenen Jazzbands Andreas Böhlen Band (Saxophon, Gitarre, Bass und Schlagzeug) und Crank (mikrotonaler Jazz in der Besetzung Saxophon, Bassposaune, Cello, Gitarre und Schlagzeug). Zudem ist er ist Mitglied verschiedener Kammermusikformationen und Bands in ganz Europa und pflegt Zusammenarbeit mit renommierten Orchestern.

Andreas studierte als Jungstudent an den Musikhochschulen Bremen und Köln bei Ulrike Petritzki und Günter Höller und am Konservatorium in Amsterdam bei Walter van Hauwe und Paul Leenhouts (Bachelorabschluss mit Auszeichnung). Es folgte ein Studium der Musikwissenschaften in Bologna (Italien). Nach dem „mit Auszeichnung“ bestandenen Masterabschluss „historische Improvisation“ unter Rudolf Lutz an der Schola Cantorum Basiliensis (Schweiz) studierte er in Basel bis 2011 Jazz-Saxophon Performance bei Domenic Landolf, Masterabschluss mit dem Prädikat „exzellent“. Vorher studierte Andreas bereits am Amsterdamer Konservatorium Jazz-Saxophon bei u.a. Jasper Blom und Dick Oatts und spielte bis 2008 Leadsaxophon im Bundesjazzorchester.

Andreas ist mehrfacher Preisträger bei Jugend musiziert, Jugend jazzt, den Internationalen Blockflötentagen Engelskirchen, dem Vriendenkrans Concours (Amsterdam) und dem Van Wassenaer Concours (Den Haag). Auch produzierte er für verschiedene Fernseh- und Radiosender, wie den NDR, den Deutschlandfunk, ORF Steiermark, 3FM Melbourne, NHK (Japan) und ABC Classics (Australien) und konzertierte in ganz Europa, Japan, USA und Australien.

Unter eigener Leitung veröffentlichte Andreas die CDs La meraviglia parlante, Most ravishing things, Satyr’s Band, Airborne, Windgesang und Cruise. Dazu kommen zahlreiche Produktionen unter fremder Leitung.

Neben seiner Tätigkeit als ausführender Musiker nimmt Andreas zunehmend Tätigkeiten als Forscher, Pädagoge und Organisator wahr. So hält er Vorträge zu aufführungspraktischen Themen und Improvisation, lehrt Blockflöte an der Kunstuniversität Graz und an der Zürcher Hochschule der Künste und kuratiert das Festival Spiegelungen Alte Musik/Jazz im Basler Jazzclub bird’s eye.

http://www.andreasboehlen.com

 

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Prof.in Erin Gee (IEM/Concordia Univ.)

Sounds for the emotional body: Algorithms that Matter resident Erin Gee

 

In this talk Gee will describe the research processes undertaken as part of her residency at IEM through the ALMAT project, sharing images from her sketchbooks as means of charting the impact of various hardware and software bodies on her sonic experiments. These activities will be contextualized within the larger scope of her practice as well as emotional sonification at large.

 

Bio

Canadian artist Erin Gee is a current resident at IEM through the Algorithms that Matter project. Through her work in electronic media, she creates experimental infrastructures for communication through the material considerations of human voices in electronic bodies. She considers the voice as vibrational force between conscious bodies, bodies as simultaneously artistic subject and technological object of sound production. Through these guiding principles she has created biodata-driven synthesizers, mobile chime robots, works for children's choir, VR, electronic music, streaming ASMR performance, and soon an interactive audio website. In coming months Gee will exhibit her work at NRW Forum (Düsseldorf) at Pendoran Vinci: AI Art Today, as well as MetaMarathon AI event at NRW Forum, Thresholds of the Algorithmic project (ALMAT) at Lydgaleriet in Berben, and later Ars Electronica in Linz. Her research in physiological markers of emotion has been noted by Scientific American, VICE, Canadian Art magazine, and the National Post, among others.



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