Farbklang

Roland Dahinden
11 / 2000

Künstlerisches Projekt

 

Farbklang

- nimm naturflageolette der streichinstrumente

- jedes flageolette erklingt als neue klangfarbe

- die klänge dauern 3 bis 11 sekunden und sind leise

- es erklingen nicht mehr als 3 flageoletttöne gleichzeitig

- verteile die klänge zufällig, sodass sie stille ermöglichen

- die flageolette erklingen ein- bis dreimal

- die klänge bewegen sich zufällig im raum

- die stillen dauern zwischen 3 und 11 sekunden alle

- entscheide basieren auf primzahlen

- dies ist eine klangarbeit für kopfhörer

- roland dahinden zug und graz 2000

- cello: michael moser

- viola: dimitrios polisoidis

 

* durch einen reinhörenden vorgang erfolgt die auswahl der klänge: cello C-saite ersten 10, G-saite ersten 8, d-saite ersten 7, a-saite ersten 6 viola c-saite 1,2,3,5 und 7, g-saite ersten 6, d1-saite 1,2,3,4 und 7, a1-saite 1,2,3,4,7 und 8

* das sind 53 verschiedene flageolette; 20 weitere wurden jeweils durch überlagerungen eines ausgangsklanges künstlich erzeugt; klänge mit unterschiedlicher dauer: 3,5,7 und 11 sekunden

* erstellte klangbank besteht aus 293 töne


Die Komposition „farbklang“ von Roland Dahinden ist ein Auftragswerk des Kunsthauses Zug (Zug/Schweiz). Die Realisierung dieses Stückes wurde im November 2000 am Institut für Elektronische Musik und Akustik durchgeführt. Das Auftragswerk sollte eine akustische Umsetzung  von grafischen Exponaten bewerkstelligen. Als Beschallungs- konzept wurde eine Kopfhörerwiedergabe vorgeschlagen, die es ermöglichen sollte die „grafische Landschaften“ in eine „musikalische Klangwelt“ zu transformieren bzw. entsprechend künstlerisch zu auralisieren. Die AusstellungsbesucherInnen erhalten am Eingang eine Audio CD, einen portabeln CD-Player und einen Kopfhörer.

 

Bei den Ausstellungsexponaten handelt es sich um Bleistiftzeichnungen. Die Komposition realisiert durch Klangfarbe, Klangdauer, Klangposition (3D) und Klangbewegung, die unterschiedlichen Gestaltungen der Bleistiftstriche der Zeichnungen.

 

Als Klangfarbenmaterial werden trocken aufgenommene Flageolett Töne von einem Cello (Michael Moser) und einer Viola (Dimitrios Polisoidis ) verwendet. Es wurde eine Klangdatenbank bestehend aus Partialtonreihen teilweise bis zum 13. Teilton von jeder Saite in Form von Monofiles erstellt.

 

Ein wesentlich strukturbildendes Element der Komposition sind Primzahlen, die sich auf die Anzahl der unterschiedlichen Klänge, die Dauer der Klänge, die Länge des Stückes etc.

 

Die Spatialisierung der Klänge in der Horizontalebene erfolgte für Kopfhörer mit Hilfe eines Binauralsystems, das am Institut entwickelt wurde, basierend auf dem Ambisonic Ansatz.

 

Die Drehbewegungen der Klänge (links - rechts entsprechen der Dimension des Mediums Papier) erfolgt mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten, die durch das Kompositionskonzept vorgegeben wurden. Die Entfernung der Klänge wird durch unterschiedliche Hüllkurvenverläufe und Hallalgorithmen realisiert. Dieses Konzept soll die unbegrenzte Dimension des künstlerischen Agierens darstellen.