Thesis

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Trumpet-Simulator. Eine virtuelle Trompete für Mobile Devices

Authors Helm, J.
Year 2015
Thesis Type Bachelor's thesis
Topic Interaction Design
Abstract Diese Bachelorarbeit befasst sich mit der Entwicklung einer interaktiven „Mobile Music Application“ (später nur noch App genannt) für Smartphones, Tablets etc., die die Handhabung, Funktionsweise und den Klang einer Trompete auf ein solches mobiles Gerät überträgt. Es werden dabei verschiedene technische Fähigkeiten der Geräte ausgenutzt, um eine intuitive und realitätsnahe Version einer Trompete im Digitalen zu schaffen und das Gerät somit selbst in ein Instrument zu verwandeln. Die App hat den Namen „Trumpet- Simulator“ und wird mithilfe der visuell- und datenstromorientierten „open source“ Programmiersprache Pure Data auf dem Computer programmiert und kann per App PdDroidParty auf Android Betriebssystemen ausgeführt werden. Hierbei war einer der wichtigsten Ansätze, das Starten und Beenden der Töne durch das Blasen ins Mikrophon zu realisieren. Dies wurde bei ähnlichen, getesteten Apps, meist durch ein Drücken veranlasst, was das Spielen auf ihnen sehr unnatürlich machte. Durch eine weitere Verarbeitung des Mikrofonsignals kommt hier außerdem durch die Variation der (Laut-)Stärke des Blasens eine Dynamik zustande, was in dieser Form in keiner anderen Trompeten-App möglich war. Obwohl bei den meisten getesteten Apps anders gelöst, waren die bei der Trompete üblichen drei Ventile in Form von Touch-Feldern auf dem Display einfach umzusetzen und übernehmen eine identische Funktion wie beim Original. Um ein haptisches Feedback zu ersetzen, wird beim Drücken der Ventile zusätzlich eine Vibration des Geräts in Gang gesetzt. Bei der in dieser Arbeit zitierten Umfrage unter Mobile Music App Nutzern, wurde das fehlende haptische Feedback angesprochen, sowie eine möglichst starke Ausnutzung der Sensorik impliziert, worauf mit folgendem Prinzip eingegangen wird. Um den gesamten Tonumfang einer Trompete abdecken zu können, musste auf die Naturtöne „überblasen“ werden, was durch die Neigung des Smartphones bzw. Tablets geschieht. Die Klangerzeugung beruht auf selbst aufgenommenen Samples, welche durch die oben beschriebenen Steuerungsprinzipien kontrolliert werden. Hierbei musste gewährleistet werden, dass sowohl sehr kurze als auch sehr lange Töne spielbar waren und der Ton sowohl angestoßen, als auch gebunden werden können muss. Die Lösungen sind das Loopen des stationären Trompetenklangs und verschiedene Modi zum Starten der Töne. Das Ergebnis ist eine recht natürlich klingende, intuitiv und ähnlich dem Original handhabbare Trompeten-App, die jedoch aufgrund verschiedener Schwachstellen, wie der Latenz und des veränderten Konzepts zum Überblasen, etwas zu behäbig ist. Deshalb ist das Livespiel von komplexeren Stücken leider nicht möglich und die App dient eher als Spielzeug, Übungshilfe für Anfänger oder als Heranführung an das Instrument für Interessierte. Die App ist in die Kategorie App-Instrumente einzuordnen, welche zum Großteil nicht die zukunftsweisenden Umsetzungen von Mobile Music Apps beinhaltet. Neue Ideen der Klangerzeugung und innovative Konzepte zur Bedienung werden von Experten als vielversprechender für die Zukunft und bereichernder für die Musikwelt angesehen.
URL http://phaidra.kug.ac.at/o:16363
Supervisors Zmölnig, J.