Abschlussarbeit

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Komponieren mit skulpturalen Klangphänomenen in der Computermusik

AutorInnen Sharma-Thiel, G.
Jahr 2016
Art der Arbeit Dissertation
Themenfeld Algorithmische Komposition
Abstract Im Rahmen der Arbeit werden bisher wenig erforschte elektroakustische Raum-Klangphänomene, plastic sound objects [González-Arroyo, 2012], die bei bestimmten Klangproduktionsverfahren in der Computermusik seit etwa 60 Jahren verstärkt auftauchen, praktisch und theoretisch untersucht. Hierzu wurde der Ikosaederlautsprecher, ein spezielles vom Institut für Elektronische Musik und Akustik der Kunstuniversität Graz entwickeltes Lautsprechersystem eingesetzt und weiterentwickelt. In der Mitte aller künstlerisch forschenden Bemühungen steht die Frage nach dem „Shared Perceptual Space“ (SPS), dem Raum in der akusmatischen Musik [Chion, 2009, 144], an dem sich die Wahrnehmungen der Komponisten1, der mit dem Feld befassten Wissenschaftler und des Publikums hinsichtlich der dreidimensionalen Klangobjekte überschneiden. Die Forschungsarbeit versucht diesen Raum durch künstlerische Handlungen einzugrenzen oder seine Entstehung zu provozieren und durchläuft hierzu wiederholt einen dreistufigen Prozess: Im Rahmen einer Reihe von aufeinander aufbauenden elektroakustischen Kompositionen wird den plastischen Eigenschaften dieser Klangphänomene nachgegangen. Parallel zum kompositorischen Prozess wird der Versuch einer sprachlichen Fixierung verallgemeinerbarer Beschreibungen der erzeugten Objekte unternommen. Hierfür wurden Recherchen zu bestehenden Terminologien und ihrer Verwendung angestellt. In einem weiteren Schritt wurde dann die Überprüfung dieser Begriffe durch den Versuch der Einordnung des eigenen kompositorischen Prozesses vorgenommen. Zudem wurde unterstützend auf ingenieurswissenschaftlichem Wege versucht, das künstlerisch erzeugte Raum-Klangphänomen durch Hörversuche, Messungen und virtuelle Modellierung nachzubilden und psychoakustisch zu erklären. Die so verzahnt entstandenen Beschreibungen, aber auch Kollisionen von Wahrnehmungen, haben den weiteren kompositorischen Prozess schrittweise informiert und zu einem erweiterten Verständnis und einer anderen Praxis der künstlerischen Arbeit mit diesen Phänomenen geführt.
URL http://phaidra.kug.ac.at/o:66171
BetreuerInnen Ciciliani, M., Höldrich, R., Stroppa, M., Ungeheuer, E.