Abschlussarbeit

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Binaural timing sensitivity in multiple electrode stimulation

AutorInnen Egger, K.
Jahr 2017
Art der Arbeit Dissertation
Themenfeld Psychoakustik
Abstract Binaurales Hören ist essenziell für die Lokalisation und Trennung von Schallquellen. Die Versorgung mit Cochleaimplantaten (CIs) bei beidseitigem Hörverlust erfolgt deshalb heutzutage zunehmend bilateral, um CI-Trägern dadurch besseres Lokalisationsvermögen und höhere Sprachverständlichkeit zu ermöglichen. Deren Lokalisationsvermögen und Sprachverständlichkeit ist, vor allem im Störgeräusch, trotzdem deutlich eingeschränkt. Das lässt sich teilweise auf die geringe Sensitivität von CI-Trägern gegenüber interauralen Laufzeitdifferenzen (engl. interauraltime differences, ITDs) zurückführen. Eine Laufzeitdifferenz zwischen den Signalen, die an beiden Ohren wahrgenommen werden, entsteht aufgrund des Wegunterschieds zwischen den Ohren, wenn sich die Schallquelle seitlich vom Hörer beendet. Es wird vermutet, dass die geringe ITD Sensitivität bei CI-Trägern in engem Zusammenhang mit der suboptimalen Verarbeitung der ITD-Information mit derzeitigen bilateralen CI-Systemen steht. Diese Dissertation hatte deshalb das Ziel, die ITD-Sensitivität von CI-Trägern weiter systematisch zu untersuchen. Ein besonderer Fokus wurde auf die Präsentation von ITD-Information an mehreren interauralen Elektrodenpaaren bei niedrigen Pulsraten gelegt. Die Ergebnisse dieser Arbeit erweitern das Verständnis der zeitlichen Wahrnehmung mit CIs und bilden eine Basis für die Entwicklung zukünftiger Kodierungsstrategien, welche den CI-Trägern eine verbesserte Wahrnehmung von ITDInformation ermöglichen sollen. Die Ergebnisse zeigen, dass CI-Träger von der Darbietung konsistenter ITD-Information über einen größeren Elektrodenbereich profitieren können. Voraussetzungen dafür sind ausreichend großer Stimuluspegel und tonotoper Abstand zwischen den stimulierten Elektrodenpaaren. Weiters wurde eine Verschlechterung der ITD-Sensitivität aufgezeigt, wenn Pulse der bilateralen Pulsketten in interaural-unkorrelierter Weise entfernt werden, was bei aktuell verwendeten Kodierungsstrategien bisweilen auftritt. Abschließend konnte nachgewiesen werden, dass die Lautheit des präsentierten Stimulus die ITDSensitivität wesentlich beeinflusst. Die ITD-Sensitivität verbessert sich mit steigender Lautheit, solange der Stimulus angenehm (mit mittlerer Lautheit) wahrgenommen wird. Höhere Lautheit hat keine weitere Verbesserung zur Folge.
URL http://phaidra.kug.ac.at/o:56901
BetreuerInnen Höldrich, R., Majdak, P.