Abschlussarbeit

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Untersuchung von Phantomschallquellen vertikaler Lautsprecheranordnungen

AutorInnen Wendt, F.
Jahr 2013
Art der Arbeit Masterarbeit
Themenfeld Spatial Audio
Schlagwörter Aufnahmetechnik, Wiedergabetechnik
Abstract Die Lokalisation einzelner Schallereignisse auf der Horizontalebene ist durch Auswertung interauraler Unterschiede von Pegel und Zeit (engl.: interaural time und interaural level differences, ITD bzw. ILD) möglich. Entlang einer beliebigen vertikalen Normalebene auf die interaurale Achse sind diese Unterschiede jedoch nur teilweise oder überhaupt nicht vorhanden. In solchen Fällen nützen Lokalisations- mechanismen im menschliche Gehör spektrale Unterschiede. Diese richtungsabhängigen spektralen Merkmale sind durch die Außenohrübertragungsfunktionen (engl.: head-related transfer functions, HRTFs) geprägt. Studien haben gezeigt, dass hierzu vor allem spektrale Änderungen oberhalb von 4kHz für die Lokalisation verantwortlich sind. Diese werden größtenteils durch die Filterwirkung der Ohrmuschel hervorgerufen. Wird dasselbe Signal von zwei oder mehreren örtlich getrennten Lautsprechern wiedergegeben, so entsteht in der Lokalisation eine Phantomschallquelle, die zwischen den Lautsprechern wahrgenommen wird. Die Lokalisation von Phantomschallquellen horizontaler Lautsprecheranordnungen funktioniert analog zur Lokalisation einzelner Schallquellen, da die Überlagerung der HRTFs von linkem und rechtem Lautsprecher zu ähnlichen interauralen Unterschieden wie bei Einzelschallquellen führt. Der Versuch einer Erklärung von Phantomschallquellen durch vertikale Lautsprecheranordnungen ist nicht mehr auf gleichartige Weise möglich. Die überlagerten HRTFs liefern zwar konsistente Ergebnisse im Bezug auf ILD und ITD von Enzelschallquellen, die spektralen Merkmale weichen jedoch von jenen der Einzelschallquelle ab. Trotzdem haben Studien gezeigt, dass vertikale Phantomschallquellen bei geeigneten Lautsprecheranordnungen existieren [Pul01, KA12]. Im Rahmen der Arbeit wird die Lokalisation vertikaler Phantomschallquellen genauer untersucht. Dazu werden in einem ersten Schritt bestehende Lokalisationsmodelle hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit untersucht und validiert. Im nächsten Schritt wird ein Hörversuch durchgeführt. Dieser gibt Aufschluss über die Lokalisierbarkeit von Phantomschallquellen verschiedener vertikaler Lautsprecheranordnungen. Des Weiteren wird die Möglichkeit analysiert, Phantomschallquellen durch Pegelunterschiede innerhalb der Lautsprecherkonfiguration zu positionieren. Dieses Panoramisieren wird im Hörversuch untersucht, um eventuelle Gesetzmäßigkeiten aufzuzeigen. Neben der quantitativen Betrachtungsweise der Richtung wird auch eine qualitative Beurteilung bezüglich Klangfarbe sowie Quellbreite und -höhe verschiedener Lautsprecherkonfigurationen durchgeführt. Diese soll Anstoß zur Diskussion neuer, geeigneter Lautsprecheranordnungen geben.
URL http://phaidra.kug.ac.at/o:11021
BetreuerInnen Frank, M., Zotter, F.