Abschlussarbeit

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Composing Interactions

AutorInnen Pirrò, D.
Jahr 2017
Art der Arbeit Dissertation
Themenfeld Algorithmische Komposition
Abstract Diese Dissertation untersucht Interaktion im Kontext der Komposition von Computermusik im Allgemeinen sowie der Praxis performance-orientierter generativer Musik im Besonderen. Die Forschung verfolgt drei methodische Ansätze: Der erste Ansatz besteht in einer wissenschaftlichen und theoretischen Analyse des Konzeptes von Interaktion und dessen Verständnis im Bereich der Computermusik. Dieses Thema wird in Relation mit Theorien von Wahrnehmung und Kognition innerhalb von Philosophie und Kognitionswissenschaften gestellt, insbesondere durch die Konzepte von Embodiment und Enaction. Eingeführt wird eine Auffassung von Interaktion als einem zeitlichen Prozess gegenseitiger Beeinflussung, die zwischen Agenten stattfindet. An dieser Stelle entwickelt sich das Konzept des Agent zu einem zentralen Thema der Dissertation. Die zweite eingeschlagene Richtung der Forschung basiert auf der mathematischen Theorie dynamischer Systeme. Dieses Bezugssystem gewährt eine prozessbasierte Denkart und eine ökologische Perspektive, welche die Rolle von Wechselbeziehungen zwischen Elementen eines Systems betont. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wird dieser Ansatz als die geeignetste Sprache betrachtet, um Prozesse der Interaktion zu formulieren und zu verstehen. Ein dritter Ansatz besteht in der persönlichen künstlerischen Beschäftigung mit der Entwicklung interaktiver Computermusikumgebungen. Dieser Strang wird mit den beiden vorherigen verwoben und ermöglicht das kontinuierliche ästhetische Experimentieren : Vermutungen und abstrakte Intuitionen werden in wahrnehmbare Form überführt, und umgekehrt können Konzepte und Formulierungen durch die Erfahrung geschärft werden. Ein wesentlicher Teil dieser Beschäftigung stützt sich auf das Software-Framework rattle, das für die Beschreibung und Echtzeitsimulation dynamischer Systeme entwickelt wurde. Diese Dissertation entwickelt einen Standpunkt hinsichtlich Interaktion, welcher die Sprache dynamischer Systeme gebraucht um, die Wirkmächtigkeit generativer Computermusikprozesse zu erfassen. Schlussendlich wird Wirkmächtigkeit (agency ) als eine essentielle Wahrnehmungsqualität neu interpretiert, mit welchen generative Computermusiksysteme auszustatten sind, um das Komponieren von Interaktionen zu ermöglichen.
URL http://phaidra.kug.ac.at/o:66174
BetreuerInnen Eckel, G., Höldrich, R.