Abschlussarbeit

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Wahrnehmung und neurale Repräsentation überschwelliger Signale in der Gegenwart von komplexen Maskierern

AutorInnen Egger, K.
Jahr 2012
Art der Arbeit Diplomarbeit
Themenfeld Psychoakustik
Schlagwörter Signalverarbeitung
Abstract Ein wichtiger Aspekt zum Verständnis der auditorischen Signalverarbeitung ist der Zusammenhang zwischen der physiologischen (internen, neuronalen) Repräsentation eines auditorischen Reizes und dessen Wahrnehmung. Ziel dieser Arbeit ist die Quantifizierung der Wahrnehmung eines überschwelligen Signals in der Gegenwart von komplexen Maskierern, die das Signal in unterschiedlichem Ausmaß maskieren. Während die Funktionsweise und die Eigenschaften von Maskierung im auditorischen System bereits umfassend untersucht wurden, ist die Verarbeitung von überschwelligen Signalen und deren Wahrnehmung bisher nur wenig erforscht. Um eine Metrik abzuleiten, welche die physikalischen Eigenschaften des Reizes mit der internen Repräsentation eines Stimulus in Beziehung setzt, wurden die Mithörschwellen von maskierten Signalen durch systematische Variation der Signaleigenschaften (Cues) gezielt verändert. Dazu wurden sowohl kohärente Amplitudenfluktuationen über der Frequenz im Maskierer (Komodulation) als auch interaurale Disparitäten im Signal verwendet. Die Wahrnehmung überschwelliger Signale wurde durch Variieren des Signalpegels relativ zur Mithörschwelle bestimmt. Ein perzeptives Maß für die Salienz des maskierten Signals wurde eingeführt. Es beschreibt wie gut das Signal vom Hintergrund getrennt werden kann. Dieses Maß war in erster Linie vom Signalpegel relativ zur jeweiligen Mithörschwelle (Sensation Level) abhängig, jedoch konnten zum Teil auch Einflüsse von Signaleigenschaften und Testpersonen nachgewiesen werden. Darüber hinaus wurden akustisch evozierte Potentiale (AEPe) gemessen, um den Zusammenhang zwischen elektrophysiologischen Daten und dem perzeptiven Maß der Salienz zu untersuchen. Die Amplituden der späten AEPe erwiesen sich als empfindlich ge- genüber Änderungen des Signalpegels relativ zur jeweiligen Mithörschwelle. Weitere Testpersonen sind jedoch erforderlich, um den Zusammenhang zwischen der AEPe und der Salienz des maskierten Signals genauer zu bestimmen. Die Ergebnisse zeigten, dass die Salienz eines maskierten Signals stark von den Eigenschaften der Maskierung der individuellen Stimuli abhängt, was wiederum andeutet, dass die Salienz eher vom Sensation Level als vom physikalischen Pegel bestimmt wird. Daraus lässt sich schließen, dass Cues, die zur Verbesserung der Mithörschwelle führen, auch bei der Wahrnehmung von überschwelligen Signalen eine wichtige Rolle spielen.
URL http://phaidra.kug.ac.at/o:11146
BetreuerInnen Sontacchi, A., Epp, B., Dau, T.