Klang- und Tanzkunst beim Grazer "musikprotokoll"

Kleine Zeitung, 12. Oktober 2008

Drei durchwegs reizvolle Veranstaltungen des "musikprotokolls" waren am Samstag im Dom im Berg zu erleben. Franz Hautzinger präsentierte am Samstag mit sechs weiteren Trompetern und zwei Tubaspielern die weiträumige Klangflächenmusik "Gomberg II": Bei reduzierter Stimmzahl und zurückgefahrener Elektronik konnte man als Hörer ihre innere Fluktuation aufschlussreich in Einzelschichten auflösen. Eine Clarintrompete wurde - nomen est omen - teilweise mit Klarinettenmundstück gespielt!

"V-Trike". Die Tänzerin Veronika Zott rang im Projekt "V-Trike" von Bernhard Lang und der Choreographin Christine Gaigg um die Konturen ihres Körpers. Sie erschien nämlich auf einer Videoleinwand verdoppelt und - quasi kontrapunktisch - in verzögerten Bewegungen geführt, mit denen sie sich manchmal zur Deckung bringen wollte. Mechanisch wiederholte Tanzbewegungen und Bewegungsschleifen auf der Leinwand waren ein Hauptelement, klanglicher Rhythmus entstand nur durch die verstärkten Schritte der Tänzerin selbst.

Subtilste Klangableitungen. Das traditionsreiche englische Improvisationsensemble AMM, Los Glissandinos und Burkhard Stangl trafen sich zu einer höchst disziplinierenden Session. Von einem geriebenen Gong ausgehend wurden hier subtilste Klangableitungen zelebriert, die Mezzoforte-Lautstärke nie überschritten. HERBERT SCHRANZ

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