Bildende Künste

Oase No 8, 2015/2016 - Markus Jeschaunig - Preisträger

Foto: Sarah Kranjec
Foto: Simon Oberhofer

 

Die Gewächshaus-Installation in der Altstadt von Graz, Radetzkystraße 4, nährt sich aus der Abwärme zweier Kühlanlagen vor Ort und schafft ein tropisches Klima zum Anbau exotischer Pflanzen. Das Projekt thematisiert ungenutzte Energiepotenziale der Stadt und wirft Fragen zum Umgang mit (globalen) Ressourcen auf. Markus Jeschaunig studierte Kunst und Architektur in Linz und erforscht in seiner künstlerischen Arbeit Themen der Wechselbeziehung zwischen Kultur und Natur. Markus Jeschaunig hat in Oase No 8 die Lösung bereits real umgesetzt: Eine Gewächshaus-Installation in der Altstadt von Graz (Radetzkystrasse 4), die sich aus Abwärme zweier vor Ort befindlichen Kühlanlagen nährt und ein tropisches Klima zum Anbau exotischer Pflanzen schafft. Er thematisiert damit ungenutzte Energiepotenziale der Stadt.

Begründung der Jury: Die Sichtbarkeit im öffentlichen Raum hebt dieses Werk hervor, die ästhetisch gelungene Umsetzung, und insbesondere auch der konstruktiv zukunftsweisende Umgang mit Energie und Ressourcen. Das Werk stellt eine gelungene, interdisziplinäre Verbindung zwischen Bildender Kunst, Naturwissenschaft, und Architektur im öffentlichen Raum dar. Es ist lösungsorientiert: der Vorgang der Energienutzung selbst steht im Zentrum, der Weg heraus aus dem Anthropozän wird aufgezeigt.

Konzept

Flussringe, 2016 - Nora Bruggraber

Foto: Künstlerin
Foto: Johannes Gellner

 

Nora ist bewegt von der hohen Biodiversität in naturbelassenen Süßgewässern, und von deren Bedrohung durch Wasserkraftwerke.

Ihre Schmuckstücke sind Zwischenfingerringe, die allerdings nur durch festen Zusammenhalt der Finger nicht verlorengehen. Genau so verhält es sich mit der Umwelt. Wenn wir nicht gut auf sie aufpassen, geht sie verloren. Über den Fingern wird ein Teil des Flussverlaufs gezeigt, ziseliert aus einem Silberblech, sodass eine Vertiefung entsteht. In dieser ist blaues Glas geschmolzen.

Konzept

Greenhouse, 2015 - Benjamin Fillei Sarah Gaggl

Fotos: Sarah Kranjec

 

Das Roll-Up „Greenhouse“ von Benjamin Fillei und Sarah Gaggl regt ein selbstversorgendes, grünes Stadtkonzept an. Sie zeigen in einer Infografik, dass es möglich ist, Abfall sinnvoll zu recyceln und mehr Grünflächen zu schaff en, ohne Lebensraum einzubüßen. Ein zentrales Element auch vertical farming.

 

Konzept

Oil, 2015/16 - Beba Fink

Fotos: Eigentum der Künstlerin

 

Auch die Abfallstoffe aus diesen Motoren können Künstler zum Ausgangspuntk nehmen. Beba Fink zeigt uns Altölmalerein auf Fotopapier – sie nimmt in – „Oil“ – das Altöl, zur Grundlage von Kunst. Das schmutzige Öl, mit seinen Bestandteilen – Russpartikel, Metallabrieb – und mit seiner Öligkeit. Beba Fink kreiiert eine seltsame schwarze Welt, mit bedenklichem Hintergrund und einer noch bedenklicheren Zukunft. Es entstanden Landkarten, die das stetige von Ort zu Ort reisen, symbolisieren sollten. Linien kennzeichnen die Wege. Die unterschiedlichen weiss /grauen Flecken, zeigen Kontinente, ihre Länder und Inseln. Wege, die wir gegangen sind , die wir gehen, die wir gehen werden.

Konzept

Heroes (Enzo Mari for Earthworms), 2015 - Christina Gillinger

Fotos: Sarah Kranjec

 

Christina Gillinger, mit Ihrem Werk Heroes 2015. Helden. Wer sollen da die Helden sein? Gillinger bringt es provokant auf den Punkt, wenn sie Regenwürmer als Heroes bezeichnet.  Sie stellen durch ihre Verdauung einen der besten Dünger für gesunde starke Pflanzen her: den Regenwurmhumus, und sind zentral für nachhaltige Landwirtschaft. Diese Helden des Wandels können Sie in einer Regenwurmkiste selbst zu Hause zum Leben erwecken

Konzept

Haarschmuck mit Haken, 2016 - Serena Hammerschmid

Foto: Künstlerin
Foto: Johannes Gellner

 

Oft stehen Wasserkraftwerke in der Kritik, dass sie entweder bei Errichtung und/oder im Betrieb auch starke negative Auswirkungen auf Ökosysteme haben. Bei den Wellenkraftwerken wird nicht – wie bei Gezeitenkraftwerken die Differenz zwischen Ebbe und Flut genutzt, sondern direkt die Wellenbewegung. Es gibt erst Prototypen, die Ökosystemwirkungen sind hier noch weitgehend unbekannt.

Auch diese erneuerbare Form von Energiegewinnung hat meist einen Haken – und genau das zeigt uns das Schmuckstück in der netzartigen Form dieses Haarschmuckes dar. Er ist so gestaltet, dass er sich leicht in den Haaren verfängt, wobei sich dieser Effekt, durch die Flügel der Turbinen, verstärkt. Die Turbine ist der Bezug zu den Wellenkraftwerken. Die Form des Fischernetzes ist die Verbindung zum Meer, wo sich die meisten existierenden Wellenkraftwerke befinden. Um dieses Problem zu verdeutlichen, wurde die Form des Kopfschmuckes gewählt, damit man diese Problematik am Hinterkopf behält und sich ihrer bewusst wird. Auf unseren Hinterkopf sehen wir nicht selbst hin, haben dort einen blinden Fleck – auf die Nachteile muss uns vielleicht erst wer anderer hinweisen.

Konzept

Tree, 2013 - Michael Heindl

Intervention, Video, 4`10``, Wien, Hamburg, 2013

Ich grub einen Baum in einem Wiener Park aus und zerlegte ihn so, dass er in einer Tasche, welche den allgemeinen Kriterien für Handgepäck auf Flughäfen entsprach, verstaut werden konnte. Mit diesem Gepäckstück, nahm ich darauf hin einen Flug nach Hamburg. Dort angekommen, suchte ich nach einem geeigneten Platz im öffentlichen Raum, um die Pflanze dort wieder zusammenzusetzen und einzupflanzen.

Link zum Film:
https://vimeo.com/124829961

In einer Videoinstallation weist Michael Heindl mit „Tree“ auf diese Beziehung hin. Ein Baum wird aus einem Wiener Park nach Hamburg verpflanzt – und zwar mit dem Flugzeug dorthin gebracht.

Konzept

Die Jahreszeiten, 1984/2016 - Doris Knapp-Hybner

Foto: Künstlerin

 

Auch die Arbeit von Doris Knapp-Hybner in der Ausstellung beschäftigt sich mit den Jahreszeiten. Sie hat Hinterglasmalerei Bilder – angefertigt von ihrer Mutter im Jahr 1984 – nun neu überarbeitet. Eines der traditionellen Themen der Hinterglasmaler war schon immer der Ablauf des Jahres, dargestellt in vier Jahreszeitenbilder: Frühlingsspaziergang, Kornernte, Traubenlese, Holzfäller. Auf den ersten Blick nichts Neues. Die Ironie erschließt sich dem Betrachter erst bei genauerem Hinsehen: Die Schriften wurden ausgetauscht und somit die Jahreszeiten verschoben. Die Verschiebung der Jahreszeiten ist nicht auf den ersten Blick erkennbar. Der Klimawandel findet unbemerkt, nichts desto trotz unaufhaltsam statt.

Konzept

Benzinverbrenner, 2016 - Matthias Krinzinger

Foto: Sarah Kranjec

Matthias Krinzinger gibt uns im Außengelände einen Hinweis, wie wir den Klimawandel beschleunigen können – im Werk Benzinverbrenner, eine Palette mit Verbrennungsmotor und Gaspedal. Hier steht der anarchische Spaß an der Zerstörung im Vordergrund.

Auch die Abfallstoffe aus diesen Motoren können Künstler zum Ausgangspuntk nehmen. Beba Fink zeigt uns Altölmalerein auf Fotopapier – sie nimmt in – „Oil“ – das Altöl, zur Grundlage von Kunst. Das schmutzige Öl, mit seinen Bestandteilen – Russpartikel, Metallabrieb – und mit seiner Öligkeit. Beba Fink kreiiert eine seltsame schwarze Welt, mit bedenklichem Hintergrund und einer noch bedenklicheren Zukunft. Es entstanden Landkarten, die das stetige von Ort zu Ort reisen, symbolisieren sollten. Linien kennzeichnen die Wege. Die unterschiedlichen weiss /grauen Flecken, zeigen Kontinente, ihre Länder und Inseln. Wege, die wir gegangen sind , die wir gehen, die wir gehen werden.

Konzept

Rotationsmysterium, 2016 - Pauline Krizmanich

Foto: Künstlerin
Foto: Sarah Kranjec

 

Pauline Krizmanich thematisiert die negativen Folgen die wir durch den Klimawandel verursachen. Einige davon kennen wir durch die Wissenschaft, aber nicht alle sind vohersehbar, daher herrscht um den Klimawandel eine Art Mysterium. Niemand weiß wie es schlussendlich ausgehen wird. Im Grunde ist uns jedoch allen bewusst, dass es ohne gutes Ende ausgehen kann.

Bei ihrem Schmuckstück steht diese Ungewissheit bezüglich der Folgen des Klimawandels im Vordergrund. Schwarz – die Farbe der Steinkugel – steht für Leere, Trauer, und hat eine mythische sowie geheimnisvolle Wirkung. Die Kugel ist in einer Laufbahn, die ihre Bewegung ermöglicht. Je stärker man sich bewegt desto stärker rotiert auch die Kugel. Dies kann man sehr gut mit dem Klimawandel vergleichen, denn dieser ist ebenfalls stetig in Bewegung und wenn wir unser Verhalten nicht ändern, kann das zum Verhängnis werden – daher ist das Collier sehr unbequem und einengend.

Konzept

Picturesque, 2014 - Florian Nitsch

Foto: Sarah Kranjec

 

Mehrere Tafelbilder sind ausgestellt von Florian Nitsch in den Medien Zeichnung, Text, Malerei und Siebdruck. Im Werk, das er Picturesque (pittoresk, bildhaft, malerisch) nennt, geht es ihm um das Verhältnis zwischen Natur, Architektur und Destruktion.

Konzept

Kein Titel, 2016 - Gregor Pokorny

Foto: Künstler
Foto: Sarah Kranjec

 

Die Veränderung – in noch längeren Zeiträumen – greift Gregor Pokorny auf in einem alten Pendeluhrkasten, das Ziffernblatt ein runder Spiegel, der sich gegen den Uhrzeigersinn dreht. Im unteren Vitrinenfenster "schwebt" ein Ammonit – also ein Fossil, ein Kopffüsser, der vor etwa 66 Mio Jahren ausgestorben ist. Hier beeindruckt das Spannungsfeld zwischen dem was klimatische Veränderung geschaffen hat – über viele Tausende Jahre – und dem was menschliches Handwerk schaffen kann.

Konzept

Bewusstwerdung, 2016 - Florian Raditsch

Foto: Künstler
Foto: Sarah Kranjec

 

In anderer Weise Florian Raditsch in seiner Kohle Zeichnung „Bewusstwerdung“: Der Baum, der in der Kunstgeschichte durchgehend als das Symbol für Leben erscheint, ist hier zu einem Wesen der Vergänglichkeit geworden, abgestorben – auch hier wird der Widerspruch thematisiert, einerseits die menschliche Verbundenheit zur Natur, andererseits die Entfremdung in der Mensch-Natur Beziehung. Der Baum erzählt hier von den Auswirkungen menschlichen Handelns.

Konzept

Von der Sonne gezeichnet, 2015 - sunWorks

 

Die Künstlerin Alexandra Centmayer und der Solar-Pädagoge Rolf Behringer haben sich zur Gruppe Sunworks verbunden – der Name weil alle „Werke“ ihre Inspiration und ihren Antrieb durch die Sonne finden – könnte auch namensgebend für unsere zukünftige Energieversorgung werden. In ihrem Werk „Von der Sonne gezeichnet“ in der Ausstellung wird in einem Video gezeigt, wie Zeichnungen über einen Tag hinweg im stündlichen Intervall durch ein von der Sonne angetriebenes Zeichengerät angefertigt werden. Besonders die zur Mittagzeit entstandenen Bilder zeigen dynamische Strukturen.

Video auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=QG0srMMQTxk

Konzept

Red Rice Carpet, 2016 - Lik Taika

Foto: Sarah Kranjec
Foto: Sarah Kranjec
Foto: Sarah Kranjec
 

 

Zerstörung zeigt sich auch im roten Teppich, den Lik Taika Ihnen als interaktive Installation ausgebreitet hat – beim Hereingehen ins Gebäude heute. Da dieser Teppich aus Reis besteht, haben sie Reis mit Füßen getreten, sozusagen Ihren „footprint“ hinterlassen, wie wir – ich zitiere – „eigentlich sämtliche Ressourcen der Welt mit Füßen treten“.

Ein kleines Puzzleteil, der seiniges zu unserem uneinsichtigen Umgang mit den Ressourcen dazu tut. Die Künstlerin bietet an, dass Sie sich beim Heimgehen eine Handvoll Reis mitnehmen als Erinnerung an diese Zerstörung.

Konzept