1st Ambisonics Symposium an der KUG

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1st Ambisonics Symposium an der KUG

erstellt am 08. Juli 2009

Institut für Elektronische Musik und Akustik nimmt Vorreiterrolle ein

Mit dem ersten Ambisonics Symposium (25.-27.06.2009) wurde in Graz der Grundstein für eine Diskussions- und Austauschplattform ins Leben gerufen, die gleichsam wissenschaftliche als auch künstlerische Aspekte rund um räumliche Wiedergabe anspricht. Dieses Symposium wurde von rund 60 Personen aus nahezu aller Welt (USA, Kanada, Brasilien, New Zealand, Portugal, Spanien, Frankreich, Niederlande, Deutschland, England, Italien, Israel, Australien und Österreich) besucht und hat eine sehr positive Resonanz gefunden.

Hinter dem Kunstbegriff Ambisonics, geprägt durch den Mathematiker Michael Gerzon, verstecken sich die Identitäten „Ambience“ und „Sonic“ und beschreibt somit langläufig die „klingende Umgebung“. Dieser künstlerisch anmutende Begriff ist aber durch eine solide Mathematik untermauert, den so genannten Kugelflächenfunktion und damit auch den theoretischen kugeligen Randwertproblemen unterworfen. Interessant dazu ist deren Verbreitung und Verwendung in unterschiedlichsten Disziplinen – neben der Akustik – wie der Quantenphysik, Chemie und Geodäsie. Somit bedient sich auch das unlängst an der TU Graz gestartete Projekt zur exakten Vermessung der Gravitationskräfte der Erde derselben mathematischen Funktionen.

Ambisonics beschreibt einen grundlegenden theoretischen Ansatz für ein mehrkanaliges Aufnahme- und Wiedergabeverfahren, der durch die erforderlichen technischen Möglichkeiten – Stichwort digitale Signalverarbeitung und praktisch umsetzbare Multiple-Input-Multiple-Output (MIMO) Systeme – erst jüngst verstärkt im Audiobereich in den Vordergrund tritt. Beim Symposium wurden neben den theoretischen Betrachtungen bei der Aufnahme und Wiedergabe von dreidimensionalen Schallfeldern auch praktische Aspekte bei den Umsetzungen (kommerzieller Produkte, künstlerischer Anwendungen, etc.) diskutiert. Darüber hinaus wird an einem vereinheitlichten standardisierten Übertragungsformat, das auch die Zukunft für diverse Kommunikations- und Mediensysteme mitgestaltet, gearbeitet.  

Das IEM in Graz nimmt zum Thema Ambisonics eine globale Vorreiterrolle ein. Erste Forschungen wurden bereits Ende der 90er Jahre dazu unternommen und danach zielstrebig verfolgt. Die Aktivitäten wurden und werden international wahrgenommen. Neben zahlreichen Publikationen und Vorträgen bei internationalen Kongressen und Konferenzen wurden auch praktische Umsetzungen in Graz dazu realisiert: zwei 3D (Hemisphäre) Systeme IEM-CUBE und MUMUTH – sowie ein 2D-System im Medienkunstlabor (Kunsthaus Graz).

Neben den Fachvorträgen gab es auch 3 Konzerte (IEM CUBE und Medienkunstlabor). Das nächste Symposium wird von 5. bis 7. Mai 2010 in Paris am IRCAM stattfinden. Für 2011 haben sich bereits University of Kentucky (USA) und University of York (UK) als Interessenten gemeldet.

Details zur Veranstaltung können unter http://ambisonics.iem.at abgerufen werden.

Text: Dr. Alois Sontacchi (IEM)

 

 



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