Klang und Raum

Klang und Raum

In unserer Erfahrung sind Klang und Raum untrennbar. Der Klang wird vom Raum geformt in dem er erscheint. Der Raum erscheint durch den Klang, der sich in ihn ausbreitet. Dass beide in der Computermusik üblicherweise getrennt behandelt werden, soll mit den Projekten dieses Themenfelds überwunden werden.

Klang und Raum

In unserer Erfahrung gehen Klang und Raum stets Hand in Hand. Der Klang wird durch die Charakteristika des Raums geformt, in dem er erscheint. Der Raum erschließt sich durch den Klang, der sich in ihm ausbreitet. Dennoch werden in der Computermusik Raum und Klang als voneinander unabhängige Dinge verstanden und behandelt. Auch wenn eine solche Unterscheidung sowohl in der Praxis als auch in der Theorie zielführend ist, führt sie zu einem stereotypischen Ansatz: erst synthetisieren, dann verräumlichen.

Das erste zentrale Anliegen der Arbeitsgruppe "Klang und Raum" am IEM ist die Entwicklung von Konzepten, die es ermöglichen, Klang und Raum in der Computermusik vereint zu behandeln. Mittels künstlerischer Forschung werden die Möglichkeiten der Artikulierung von Klang und Raum unter den Gesichtspunkten "Komposition" und "Aufführung" untersucht. Neue Ansätze, dem Klang im Raum eine Gestalt zu geben, werden durch die Integration traditioneller Synthese- und Verräumlichungsalgorithmen entwickelt. Wir konzipieren neue Wiedergabewerkzeuge, durch die vereinigte Klangerzeugungs- und Projektionsmodelle erstellt werden können.

Um eine performative Untersuchung solcher Modelle zu ermöglichen, werden die Beziehungen zwischen Klang und Raum einerseits und dem Körper des Komponisten und Aufführenden andererseits betrachtet. Dies ist unser zweites zentrales Anliegen. Dabei geht es um die Suche nach neuen Ansätzen zur Aufführung von Computermusik unter Einbeziehung anderer künstlerischer Disziplinen wie beispielsweise der bildenden Künste, Tanz und Choreographie. In diesem Bereich hat die "Klang und Raum"-Gruppe vor kurzem das vom FWF finanzierte akademisch-künstlerische Forschungsprojekt "Embodied Generative Music" abgeschlossen, welches die Beziehung zwischen musikalischem und körperlichem Ausdruck in der Computermusik untersuchte.

Basierend auf den Ergebnissen dieses Projekts - einem künstlerischen Forschungsansatz und einer Infrastruktur namens Aesthetic Lab - wurde ein neues Projekt mit dem Titel "The Choreography of Sound" (die Choreographie des Klangs) definiert. Diesem wurde im Kontext der kunstbasierten Forschungsfinanzierungslinie PEEK des FWF eine Finanzierung zugesprochen. In diesem Projekt untersuchen wir das Räumliche in der Komposition und Aufführung von Computermusik. Hierzu werden die einzigartigen Räumlichkeiten des György Ligeti-Saals der KUG und des CUBE  am IEM genutzt. In beiden Fällen handelt es sich um Aufführungs- und Laborräumlichkeiten, die mit modernsten Systemen zur räumlichen Beschallung und Bewegungserfassung ausgestattet sind.

Veröffentlichungen & Dokumente

Ansprechperson

Gerhard Eckel